(von Ludwig Weikl)
Die Vorgeschichte der Weimbs-Orgel in der Ludwigskirche reicht etwa bis in das Jahr 1980 zurück. Damals stellte der Leiter des kath. Kirchenchores und Organist. Stadtarchivar Adolf Lang, Ausfallerscheinungen an der erst im Jahr 1959 erbauten Steinmeyer-Orgel fest und empfahl eine Generalüberholung bzw. einen Orgelneubau. Die Kirchenverwaltung von St. Ludwig setzte sich deswegen 1983 mit dem Sekretariat für Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg in Verbindung. Domkapellmeister Wolfgang Wünsch teilte daraufhin in einem Schreiben vom 8.11.1983 mit, er könne eine Generalüberholung des störanfälligen Instrumentes nicht befürworten, sondern rege an, es mit geringem Finanzaufwand and notdürftig zu reparieren und längerfristig an den Bau einer neuen Orgel zu denken. Gregor Frede, von 1984 bis 1986 in Ansbach als Kantor tätig. war derselben Meinung und überzeugte die verantwortlichen Gremien davon, daß eine Generalüberholung mit bis zu 150.000 DM Kosten in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem Wert der Orgel stehe, die 1959 ca. 60.000 DM kostete.
Regionalkantor Johannes Rauh, seit 1986 für die Kirchenmusik in beiden Ansbacher Pfarreien zuständig, erreichte, dass Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung von St. Ludwig Ende 1987 den Orgelneubau beschlossen. Zur Unterstützung der Finanzierung wurde ein gemeinnütziger Orgelbauverein gegründet (Vorstand: Notar Dr. H. Schreitter, Ludwig Weikl und Maria-Luise Müller, geb. Randi, die die zeitaufwendige Finanzbuchhaltung übernahm). Anfang 1988 berief der Pfarrgemeinderat einen Sachausschuss „Orgelbau" (Vorsitzender Ludwig Weikl, Schriftführerin Susanne Halbig), der die Spendenbereitschaft in der Ansbacher Bevölkerung wecken und die Gremien der Pfarrei bei der Auswahl der Orgelbaufirma unterstützen sollte.
Vielerlei Aktivitäten ließen die Spendenkonten des Orgelbauvereins überraschend schnell anwachsen. Patenschaften für einzelne Register oder Pfeifen und kleine und große Einzelbeiträge erbrachten bereits im 1. Jahr ca. 100.000 DM. Gut besucht waren Konzerte des Amadeus-Chores unter der Leitung von K. F. Beringer, eines Streichquartettes des Ansbacher Kammerorchesters zusammen mit dem Kinderchor N on St. Ludwig, sowie der Klavierabend mit Johannes Rauh, deren Erlöse dem Orgelbau zugute kamen.
In der Zwischenzeit erhielt die Pfarrei Angebote mehrerer Orgelbaufirmen, die in Deutschland einen unter Fachleuten bekannten Namen haben. Zur Unterstutzung der Entscheidung der Kirchenverwaltung, welcher Firma der Auftrag zu erteilen sei, unternahmen Mitglieder des Sachausschusses "Orgelbau" und interessierte Pfarreiangehörige im April 1989 unter Führung von Johannes Rauh eine Orgelfahrt, bei der Instrumente der Firmen besichtigt und angehört wurden, die ein Angebot abgegeben hatten. Kantor Rauh und Ludwig Weikl machten sich mit der handwerklichen Ausführung und dem Klang der bislang großten Orgel der Firma. Weimbs in Singen vertraut. Sic und nachfolgend Dekan Karl Jahnke ließen sich auch im Kölner Raum Orgeln und die Werkstatt dieser Firma vorführten und lernten deren überzeugende Qualität schätzen.
In einer gemeinsamen Sitzung des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung fiel daraufhin am 23.11.1989 die Entscheidung für die Firma Weimbs. Mit ausschlaggebend war, dass sie einen Entwurf der einen aus der Erbauungszeit der Kirche stammenden Prospektentwurf berücksichtigte. Dieser wird noch heute im Stadtarchiv Ansbach aufbewahrt.
Am 10.5.1990, auf dem festlichen Empfang anlässlich des 150. Jahrestages der Kirchenweihe von St. Ludwig, unterzeichneten Dekan Karl Jahnke, Kirchenpfleger Alois Pottler und Orgelbaumeister Friedbert Weimbs in Anwesenheit des Weihbischofs der Erzdiözese Bamberg, Werner Radspieler, den Orgelbauvertrag. Die bisherige Orgel wurde am 10.6.1992 abgebaut, die Montage des in der Orgelbauwerkstatt vorgefertigten neuen Instrumentes begann am 1.9.1992.